Warum Ganganalyse?
Eine Ganganalyse beim Hund misst objektiv, wie sich der Hund bewegt: wie lang und wie regelmässig seine Schritte sind, ob er ein Bein schont und ob linke und rechte Seite symmetrisch arbeiten. Sie ergänzt die tierärztliche Untersuchung um Zahlen und macht Veränderungen sichtbar, die das blosse Auge kaum erkennt.
Kurzantwort
- Was: objektive Messung des Gangbilds mit Sensoren, Messplatten oder Kameras
- Dauer mit LupoGait: 7 bis 10 Minuten Messung, 20 bis 30 Minuten Termin
- Für den Hund: keine Narkose, keine Strahlung, er läuft an der Leine
- Ergebnis: Bericht mit Messwerten, vergleichbar mit späteren Messungen
- Grenze: zeigt, dass und wie stark die Bewegung verändert ist, nicht die Ursache
Im Detail
Was ist eine Ganganalyse beim Hund?
Bei einer Ganganalyse wird die Bewegung des Hundes mit Messtechnik erfasst und in Zahlen übersetzt. Je nach Verfahren trägt der Hund Sensoren am Körper, läuft über eine Messplatte oder wird von Kameras aufgenommen. Die Messwerte beantworten Fragen wie: Läuft der Hund symmetrisch? Schont er ein Bein? Hat sich sein Gangbild seit der letzten Messung verändert? Fachleute sprechen von einer objektiven Ganganalyse, weil Bewegungsparameter mithilfe standardisierter Messverfahren erfasst werden. Dadurch lassen sich Ergebnisse unabhängig von einer rein visuellen Einschätzung dokumentieren und vergleichen.
Warum reicht der geübte Blick nicht immer aus?
Weil leichte und beidseitige Lahmheiten mit dem Auge schwer zu erkennen sind. In einer Studie mit 24 Hunden stimmten die Einschätzungen von Chirurgen und Studierenden nur schlecht mit den Werten einer Kraftmessplatte überein, und die Beobachter wichen auch untereinander stark voneinander ab (Waxman et al., 2008). Die tierärztliche Untersuchung bleibt die Grundlage. Die Messung liefert dazu einen Wert, der sich beim nächsten Termin vergleichen lässt.
Wann ist eine Ganganalyse sinnvoll?
- bei unklarer oder wechselnder Lahmheit
- vor und nach einer Operation, um den Verlauf zu belegen
- in Physiotherapie und Reha, um zu sehen, ob die Therapie wirkt
- bei Welpen und Junghunden als frühe Standortbestimmung
- bei Sport- und Arbeitshunden als Ausgangswert und zur Kontrolle
- bei älteren Hunden, um Veränderungen früh zu bemerken
Wie funktioniert eine objektive Ganganalyse?
Am Beispiel von LupoGait in vier Schritten:
- Der Hund bekommt eine textile Sensorenhalterung angelegt, den LupoMove® Holder, in dem 6 oder 12 kabellose Sensoren sitzen.
- Er läuft an der Leine über eine gerade Strecke von 20 Metern, in der Praxis oder mobil vor Ort. Auch Kreismessungen sind möglich, um Wendeschmerz festzustellen.
- Die Software wertet die Messung aus.
- Sie erhalten einen Bericht und besprechen das Ergebnis.
Die Messung dauert 7 bis 10 Minuten, der ganze Termin 20 bis 30 Minuten.
Was kann eine Ganganalyse nicht?
Sie stellt keine automatisierte Diagnose. Sie kann funktionelle Asymmetrien und Veränderungen im Bewegungsablauf sichtbar machen. Die Ursache dieser Auffälligkeiten lässt sich aus den Bewegungsdaten allein jedoch nicht sicher bestimmen. Dafür braucht es die klinische Untersuchung und ergänzend Röntgen, CT oder MRT. Umgekehrt zeigt ein Röntgenbild die Struktur eines Gelenks, aber nicht, wie gut der Hund damit läuft.
Während bildgebende Verfahren vor allem strukturelle Veränderungen sichtbar machen, liefert die Ganganalyse Informationen über die Funktion des Bewegungsapparates. Gemeinsam mit der klinischen Untersuchung ermöglichen beide Verfahren eine umfassendere Beurteilung.
Häufige Fragen
Nein. Der Hund trägt Sensoren und läuft an der Leine. Eine Narkose ist nicht nötig, und es gibt keine Strahlung.
Grundsätzlich ab der 8. Lebenswoche, bereits beim Züchter. Hier eignet sich das LupoGait Puppy Add-on.
LupoGait 6 eignet sich für Hunde ab etwa 4 kg, LupoGait 12 ab etwa 10 kg. Es kommt aber immer auf die jeweilige Statur des Hundes an.
Meist nicht. Fragen Sie beim Standort nach.
Die Kosten einer Ganganalyse hängen von der jeweiligen Praxis oder Klinik und dem Umfang der Untersuchung ab. Jeder LupoGait-Standort legt seine Preise selbst fest. Fragen Sie direkt bei einem Standort in Ihrer Nähe nach den aktuellen Konditionen.
Wie häufig eine Ganganalyse sinnvoll ist, hängt vom Gesundheitszustand und dem Untersuchungsziel ab. Nach Operationen oder während der Rehabilitation können wiederholte Messungen helfen, Veränderungen im Bewegungsablauf objektiv zu dokumentieren. Die Abstände werden individuell festgelegt.
Quellen
- Waxman AS, Robinson DA, Evans RB, Hulse DA, Innes JF, Conzemius MG (2008): Relationship between objective and subjective assessment of limb function in normal dogs with an experimentally induced lameness. Veterinary Surgery 37(3):241-246. doi:10.1111/j.1532-950X.2008.00372.x