Funktionelle Diagnostik beim Hund. Bewegung und Funktion verstehen.

Was ist funktionelle Diagnostik?

Die funktionelle Diagnostik beim Hund untersucht, wie der Bewegungsapparat arbeitet. Im Mittelpunkt stehen nicht nur einzelne Gelenke, sondern auch das Zusammenspiel von Muskeln, Gelenken und Bewegungsabläufen. Durch klinische Untersuchungen und objektive Bewegungsanalysen lassen sich funktionelle Einschränkungen erkennen und Veränderungen im Verlauf dokumentieren. Während Röntgen, CT oder MRT anatomische Strukturen darstellen, liefert die funktionelle Diagnostik ergänzende Informationen darüber, wie sich der Hund bewegt und seinen Körper einsetzt.

Kurzantwort

  • Bildgebung (Röntgen, CT, MRT) zeigt die Struktur, meist in Ruhe.
  • Funktionelle Diagnostik zeigt die Bewegung unter Belastung.
  • Beides ergänzt sich, keines ersetzt das andere.

Wenn der Röntgenbefund nicht das ganze Gangbild erklärt

Fallbeispiel Pablo: Hüftdysplasie und eine zusätzliche Lahmheit der Vordergliedmasse

Bei dem elf Monate alten Rottweiler-Mischling Pablo wurde radiologisch eine deutliche Hüftgelenksdysplasie festgestellt. Die klinische Untersuchung zeigte jedoch zusätzlich eine Lahmheit der rechten Vordergliedmasse mit eingeschränkter Ellbogenbeweglichkeit. Eine ergänzende Ganganalyse mit dem 12-Sensoren-System LupoGait dokumentierte die funktionellen Auffälligkeiten. Nach einer gezielten diagnostischen Leitungsanästhesie der rechten Vordergliedmasse verbesserte sich das Gangbild deutlich.

Die Veränderung konnte auch anhand der Bewegungsanalyse nachvollzogen werden. Pablo verdeutlicht, weshalb strukturelle Befunde und funktionelle Bewegungsanalyse gemeinsam betrachtet werden sollten: Ein radiologisch auffälliges Gelenk erklärt nicht zwangsläufig sämtliche Veränderungen des Gangbildes.

Häufige Fragen

Ersetzt funktionelle Diagnostik das Röntgen?

Röntgenaufnahmen können strukturelle Veränderungen sichtbar machen. Die funktionelle Diagnostik untersucht ergänzend, wie sich der Hund bewegt und welche funktionellen Auffälligkeiten bestehen.

Für welche Hunde ist sie sinnvoll?

Eine objektive Ganganalyse eignet sich zudem für Hunde mit unklarer Lahmheit, vor und nach Operationen, in der Reha und zur Vorsorge bei Sport- und Arbeitshunden. Sie kann Hinweise auf funktionelle Asymmetrien und veränderte Bewegungsmuster liefern, die beispielsweise durch Kompensationsmechanismen entstehen können.

Was ist der Unterschied zwischen funktioneller Diagnostik und Ganganalyse?

Die funktionelle Diagnostik umfasst verschiedene Untersuchungen des Bewegungsapparates, beispielsweise die Beurteilung der Gelenkbeweglichkeit, der Muskulatur und des Gangbildes. Eine objektive Ganganalyse ist ein mögliches Verfahren innerhalb der funktionellen Diagnostik.

Kann funktionelle Diagnostik Schmerzen beim Hund erkennen?

Funktionelle Untersuchungen können Bewegungsveränderungen sichtbar machen, die mit Schmerzen zusammenhängen können. Aus Bewegungsdaten allein lässt sich jedoch nicht sicher feststellen, ob oder wo ein Hund Schmerzen hat.

Wann ist eine funktionelle Untersuchung sinnvoll?

Beispielsweise bei unklaren Lahmheiten, nach orthopädischen Operationen, während der Rehabilitation oder zur Beurteilung von Veränderungen des Bewegungsablaufs. Welche Untersuchungen sinnvoll sind, entscheidet die behandelnde Fachperson.