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Patellaluxation beim Hund: Symptome, Grade und Behandlung
Springt die Kniescheibe aus ihrer Führungsrinne, hüpft der Hund oft ein paar Schritte auf drei Beinen und läuft dann weiter, als wäre nichts gewesen.
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Was ist eine Patellaluxation beim Hund?
Bei der Patellaluxation springt die Kniescheibe aus ihrer Führungsrinne am Oberschenkelknochen, meist zur Innenseite des Knies. Betroffen sind vor allem kleine Rassen. Typisch ist, dass der Hund ein paar Schritte auf drei Beinen hüpft und dann normal weiterläuft. Je nach Grad und Beschwerden wird beobachtet oder operiert.
Auf einen Blick:
- Was: Die Kniescheibe (Patella) springt aus der Rinne am Oberschenkel, meist nach innen (medial)
- Betroffen: Vor allem kleine Hunderassen; in einer britischen Praxisstudie wurde bei rund 1,3 % der Hunde eine Patellaluxation dokumentiert.
- Typisch: kurzes Hüpfen auf drei Beinen, dann normales Laufen
- Einteilung: meist vier Grade, von gelegentlich bis dauerhaft ausgerenkt
- Behandlung: je nach Grad konservativ oder operativ, die Prognose ist meist gut
Im Detail
Wie häufig ist die Patellaluxation beim Hund?
In englischen Kleintierpraxen hatten rund 1,3 Prozent der Hunde eine Patellaluxation. Elf Rassen, darunter Pomeranian und Yorkshire Terrier, waren häufiger betroffen als Mischlinge. Hunde, die leichter als der Durchschnitt ihrer Rasse waren, hatten ein höheres Risiko (O’Neill et al. 2016).

Woran erkenne ich sie?
- plötzliches Hüpfen, das Bein wird kurz angezogen
- Hund streckt das Bein nach hinten, bis die Kniescheibe zurückspringt
- bei höheren Graden dauerhafte Lahmheit oder O-Bein-Stellung
- beidseitig oft nur ein auffälliger, steifer Gang hinten
Was bedeuten die vier Grade?
| Grad | Befund |
|---|---|
| 1 | Die Kniescheibe lässt sich von Hand aus der Rinne schieben und springt von selbst zurück |
| 2 | Sie springt gelegentlich von selbst heraus und bleibt draussen, bis sie zurückrutscht oder zurückgeschoben wird |
| 3 | Sie liegt meist ausserhalb der Rinne, lässt sich aber von Hand zurückschieben |
| 4 | Sie liegt dauerhaft ausserhalb und lässt sich nicht zurückschieben |
Wie wird die Patellaluxation beim Hund behandelt?
Die Behandlung einer Patellaluxation richtet sich nach dem Schweregrad, den Beschwerden und möglichen Begleiterkrankungen. Nicht jede Patellaluxation muss operiert werden. Bei geringgradigen Veränderungen ohne oder mit nur leichten Beschwerden können zunächst konservative Massnahmen wie Gewichtskontrolle, angepasste Bewegung und gezielter Muskelaufbau sinnvoll sein. Diese Massnahmen können die Gelenkfunktion unterstützen, beheben jedoch nicht die anatomische Ursache der Luxation. Bei wiederkehrender Lahmheit, höhergradigen Luxationen oder deutlichen funktionellen Einschränkungen kann eine Operation angezeigt sein. Je nach Befund kommen beispielsweise eine Vertiefung der Führungsrinne, eine Versetzung des Ansatzes der Patellarsehne oder die Korrektur knöcherner Fehlstellungen infrage.
Zusätzlich können weitere Kniegelenkserkrankungen auftreten, darunter Rupturen des kranialen Kreuzbandes. Solche Befunde werden bei der Behandlungsplanung berücksichtigt (Di Dona et al. 2018).
Welche Rolle spielt die objektive Ganganalyse bei Patellaluxation?
Da die Kniescheibe häufig nur zeitweise luxiert, ist eine Lahmheit während einer kurzen tierärztlichen Untersuchung nicht immer erkennbar. Eine sensorbasierte Ganganalyse kann ergänzend eingesetzt werden, um ausgewählte Bewegungsparameter wie Stand- und Schwungphasendauer, Bewegungsasymmetrien und Bewegungsumfänge zu dokumentieren. Wiederholte Messungen unter vergleichbaren Bedingungen ermöglichen es, Veränderungen des Gangbildes während einer Behandlung oder Rehabilitation nachzuvollziehen. Eine Studie von DiGiovanni et al. (2023) untersuchte die postoperative Entwicklung bei Hunden mit Patellaluxation mithilfe einer objektiven Standanalyse. Die Ergebnisse verdeutlichen den möglichen Nutzen quantitativer Messverfahren, sind jedoch nicht unmittelbar auf die kinematische Analyse mit LupoGait übertragbar. Die Ganganalyse ergänzt somit die klinische Untersuchung, ersetzt jedoch nicht die orthopädische Diagnostik.
O’Neill DG, Meeson RL, Sheridan A, Church DB, Brodbelt DC (2016). The epidemiology of patellar luxation in dogs attending primary-care veterinary practices in England. Canine Genetics and Epidemiology 3:4. doi:10.1186/s40575-016-0034-0
Di Dona F, Della Valle G, Fatone G (2018). Patellar luxation in dogs. Veterinary Medicine: Research and Reports 9:23–32. doi:10.2147/VMRR.S142545
DiGiovanni LC, Roush JK, Berke K (2023). Preoperative and postoperative stance analysis in dogs with patellar luxation confirms lameness improvement after surgery. American Journal of Veterinary Research 84(3). doi:10.2460/ajvr.22.10.0186
Häufige Fragen
Nein. Das hängt vom Grad, den Beschwerden und dem Alter ab. Die Entscheidung trifft die Tierärztin oder der Tierarzt.
Ja, sie ist oft angeboren oder entsteht im Wachstum. Auffälliges Hüpfen beim Welpen sollte abgeklärt werden.
Eine erbliche Veranlagung gilt als wahrscheinlich, besonders bei kleinen Rassen. Für die Zucht ist eine Untersuchung der Elterntiere sinnvoll.
Patellaluxation erkennen. Bewegungsveränderungen dokumentieren.
Eine Patellaluxation kann das Gangbild eines Hundes zeitweise oder dauerhaft verändern. Neben der klinischen Untersuchung kann eine objektive Ganganalyse helfen, ausgewählte Bewegungsparameter zu dokumentieren und Veränderungen während der Behandlung oder Rehabilitation nachzuvollziehen.